Blade besteht die Dr. Heraeus Gedächtnisprüfung!

Irgendwie sollte es für uns dieses Jahr nicht klappen mit dieser Prüfung. An einem Termin musste ich arbeiten, bei den anderen Terminen, die ich frei hätte, waren bereits alle Plätze belegt.

Ich hatte die Hoffnung auf einen Platz bereits aufgegeben und unser „Heraeus-Projekt“ innerlich schon auf 2019 verschoben, als ich knappe 14 Tage vor der Prüfung gefragt wurde, ob ich nachrücken möchte.

Natürlich habe ich ohne zu zögern zugesagt und als mir dann klar wurde, dass wir kaum geübt haben, war meine Aufregung umso größer. Also nochmal alle Kräfte mobilisiert und die letzten Tage vor der Prüfung intensiv genutzt. Beim Üben ging natürlich (wie soll es auch anders sein) Einiges in die Hose.

So machte ich mich am 20.10., mit einem sehr flauen Bauchgefühl, auf den Weg in Richtung Sulzdorf. Man mag meinen, nachdem dies mittlerweile meine vierte Heraeus war, dass sich die Aufregung in Grenzen hält, aber das krasse Gegenteil war der Fall.

Man kennt nahezu alle „worst case“ Szenarien und das macht die ganze Sache nicht leichter…

Nichts desto trotz sollte es ein toller Tag werden. Der Wettergott meinte es gut mit uns, das passte schon mal.

Nachdem die Unterlagen abgegeben waren und die Richter uns begrüßt hatten, ging es direkt (quasi zum Warmlaufen) mit den Schleppen los.

Alle drei Hunde konnten mit sehr guter Arbeit überzeugen und somit war die erste Anspannung rum und die Hunde konnte den ersten „Dampf“ ablassen.

Im Anschluss daran ging es zum Standtreiben, unser Angstfach. Da Blade mittlerweile in vollem Jagdeinsatz steht (das mit der Standruhe nahm man nicht mehr ganz so ernst), hatte ich ein wenig bedenken, ob wir dieses Fach „überleben“.

Aber Blade ist immer für eine Überraschung gut. Wie so oft bei diesem Hund!

Das Standtreiben haben alle Hunde mit einwandfreiem Benehmen gemeistert und auch die anschließende Verlorensuche zu zweit stellte für keinen der Hunde ein Problem dar. Im Gegenteil, es war wirklich schön anzusehen, wie harmonisch alle arbeiteten und sich nicht in die Quere kamen. Sogar die Richter waren sehr begeistert von der Arbeit der Hunde.

Mir ist nach diesem Fach ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen und nun konnte ich mich auch ein wenig entspannen und mich über die bisher gute Arbeit meines Hundes freuen.

Nach der Suche ging es zur Doppelmarkierung und anschließend zum Einweisen.

Auch hier hatten wir einen guten Lauf und Blade hat sehr brav gearbeitet, auch die anderen beiden Gespanne haben die Aufgaben meistern können und so gingen wir gut gelaunt in die Mittagspause.

Wir genossen die warme Herbstsonne bei einer leckeren Suppe von der Sonderleitung Miriam Steinmetz.

Gut gestärkt ging es weiter in Richtung Wasser. Die letzten beiden Fächer.

Man merkte, wie bei uns allen die Anspannung nochmal stieg, denn jetzt wollten wir alle nur noch bestehen.

Das Einweisen auf eine Schleppe war das erste Fach am Wasser und alle Hunde konnten es bestehen, so langsam stieg Freude auf. Nur noch ein Fach und wir sind alle noch dabei.

Auch das letzte Fach wurde von allen drei Gespannen erfolgreich absolviert und wir waren alle überglücklich.

Es war ein großartiger Prüfungstag, mit tollen und wirklich sehr leistungsstarken Teams.

Dass alle angetretenen Gespanne bei einer Heraeus Prüfung bestehen ist wirklich eine Seltenheit und spricht für das hohe Niveau der Gespanne.

Aber auch das miteinander freuen und einander die Daumen drücken kam nicht zu kurz. Es war rundum eine tolle Atmosphäre.

Dass Blade echt beeindruckende Arbeiten gezeigt hat, war mir schon bewusst, denn für mich ist er eh der Beste und es gibt nichts Schöneres, als das Glänzen in seinen Augen, wenn er das tut, was ihm Spaß macht.

Getoppt wurde dieser sowieso schon tolle

Tag nur noch von unserem Suchensieg.

Bei der Urkundenübergabe konnte ich nicht anders und musste tatsächlich ein paar Tränen verdrücken, sowie auch jetzt während ich diesen Bericht schreibe.

Danke Blade für diesen unvergesslichen Moment!

Ein Chessie, mit bestandener Heraeus Prüfung ist schon selten und dann „rockt“ er diesen Tag auch noch als bester Hund.

Herzlichen Dank an unser Richterteam: Prüfungsleiter Michael Walther, Ralf Malz und Edmund Sagawe. Sie haben uns mit einer großen Ruhe, Gelassenheit und einer ordentlichen Portion Humor durch den Tag geführt und wirklich fair gerichtet.

Ebenso möchte ich mich herzlich bei dem Reviergeber Manni Frank bedanken, ohne seinen Einsatz könnte so eine Prüfung gar nicht stattfinden und natürlich last but not least an die Sonderleitung Miriam Steinmetz und ihren Mann Christian, die sich immer größte Mühe gegeben haben, dass es uns an nichts fehlt und wirklich mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache waren.

Gustav besteht die PAndS des DJT-Clubs

Gustav besteht am Wochenende die PAndS für DJT.

Das war ein klassischer Fall von „Hätte, hätte Fahrradkette“.

Beim Stangenlaufen und anschließendem Pirschen wurde er von einer Wespe in die Pfote gestochen, sie steckte zwischen den Zehen fest.

Das hat mich extrem verunsichert und ihn wohl ebenso aus der Bahn geworfen, denn beim Ablegen unter Schuss, direkt im Anschluss, wollte er partout nicht liegen bleiben und es waren einige Korrekturen meinerseits nötig, damit er am Platz bleibt.

Hätte ich das Ablegen in diesem Fall angeleint gemacht, wäre es vielleicht besser ausgefallen.

So gingen wir mit null Punkten aus dieser Übung, waren aber nicht durchgefallen.

Ein Hund der beim Ablegen eine Null hat, muss beim Ziehen des Fuchses aus der Röhre entsprechend gute Leistungen zeigen. Und die hat er gezeigt.

Nachdem der erste Schock überwunden war, die Pfote gekühlt und neuer Mut gefasst wurde, ging es weiter ans Wasser, die Schleppen, die Freiverlorensuche und das Ziehen.

Er hat sehr brav gearbeitet und wirklich gute Leistungen gebracht! Beim Schweiß morgens hatten wir einen Abruf und somit nur 3 Punkte von 4. Frische Verleitungen sind halt nach wie vor nicht so unser Ding.

Nichts desto trotz bin ich, bis auf die Null, sehr zufrieden mit dem Kleinteil und es hat mächtig Spaß gemacht diese Prüfung mit Gustl zu laufen!

Update

Lange war es still auf der Seite, aber wir waren keineswegs faul.

Viel ist passiert in der letzten Zeit. *Mini* war zwischenzeitlich wieder bei uns und wir konnten einen Workingtest in der Anfängerklasse mit „gut“ bestehen.

Mittlerweile ist sie wieder bei Julia. www.zerohourlabradors.com

März:

Blade und ich starten beim Spessart Cup in der Fortgeschrittenen Klasse und bestehen mit sehr gut (104 von 120 Punkten) und landen auf einem soliden 7. Platz.

Zwei Wochen später haben wir uns an unserem ersten Mock-Trial versucht, sind aber direkt nach der ersten Runde gescheitert, da Blade eine etwas andere Auffassung von Steadiness an diesem Tag hatte 🙂

April:

Wir haben zum ersten Mal den Chessendag in Holland besucht. Ein großes Chessietreffen mit Prüfungen, Ausstellung und nettem Beisammensein. Wir sind in der dort offenen Klasse gestartet. Die Prüfung ist ähnlich einem Workingtest, allerdings mit Wild. Wir sind sogar in die zweite Runde und letzte Runde gekommen, mussten uns dann aber bei der letzten Aufgabe geschlagen geben.

Mai:

Blade und ich starten bei Workingtest „Westwärts“ in der Offenen Klasse, können an diesem Tag allerdings nicht wirklich überzeugen und bestehen nicht.

Juni:

Gustav besteht die Verbandsschweißprüfung beim Hanauer Jagdklub, im 2.Preis.

Juli:

Bei der Schweißprüfung ohne Richterbegleitung im Geisenfelder Forst, haben Gustav und ich leider ein wenig Pech und kommen nicht ans Ende. Nach einem guten Start auf die Fährte und jede Menge verwiesenem Schweiß, sowie zwei Verweiserblättern, kommen wir nach der Hälfte der Strecke leider von der Fährte ab. Die frische Sauenwitterung war dann doch zu viel des Guten und wir finden den Anschluss nicht mehr. Nächstes Jahr auf ein Neues 🙂

August:

Blade und ich starten beim Appenborn Cup in der Offenen Klasse und bestehen, diesen wirklich tollen Workingtest, mit schönen 83 von 100 Punkten, dem Prädikat „sehr gut“ und einem tollen 7. Platz in der Offenen Klasse. Für uns beide ein echter Erfolg.

Das Rudel hat Verstärkung bekommen. Hochangern Just Ready „Red“, ein gelber Labrador aus reinen Field-Trial-Linien, bringt nun wieder viel frischen Wind in die Bude. Für mich eine neue Erfahrung und ich freue mich riesig auf mein Projekt „Arbeitslinienlabbi“. Er macht auf jeden Fall jetzt schon mächtig Spaß, hat in Gustav seinen Spielkumpanen gefunden und wurde auch ansonsten wirklich großartig von den erwachsenen Hunden aufgenommen.

 

Mini besteht Jugendprüfung

Am Samstag startet Mini bei ihrer ersten Prüfung. Wir haben einen tollen Tag in Hessisch Lichtenau verbracht und Mini konnte in  allen Bereichen die Richter von ihren tollen Anlagen überzeugen und erarbeitet sich auch noch den Suchensieg mit 343 von 350Punkten.

Ich bin sehr stolz auf diese Leistung von der Kleinen. Trotz der kurzen Zeit bei uns hat sie viel gelernt und konnte das auch an so einem aufregenden Tag alles zuverlässig zeigen.

Auch ihre Schwester Jule (Zero Hour Je ne regrette rien) besteht die JP/LR. Wir sind sehr stolz auf Euch, Heike 😉 es hat Spaß gemacht Jule beim arbeiten zuzuschauen. Auch Jule überzeugt durch ihre tolle Arbeitsfreude und ein schönes Temperament!!!

Ein paar Fotos von dem Tag gibt es auch. Vielen Dank an Frank Röhrig für die Bilder und die Organisation und natürlich an das Richterteam!

(c) Frankg Röhrig
(c) Frankg Röhrig
(c) Frank Röhrig
(c) Frank Röhrig
(c) Frank Röhrig
(c) Frank Röhrig
Mini und Schwester Jule (Zero Hour Je ne regrette rien) (c) Frank Röhrig
Mini und Schwester Jule (Zero Hour Je ne regrette rien)
(c) Frank Röhrig
Teilnehmer und Richter am Ende des Prüfungstages  (c) Frank Röhrig
Teilnehmer und Richter am Ende des Prüfungstages
(c) Frank Röhrig

Crosswind’s E-Wurf

Update: 22.11.

Leider gab es beim Ultraschall traurige Neuigkeiten und Candi wird dieses Jahr keine Welpen bekommen.

Wir sind sehr traurig, denn wir haben uns ebenfalls sehr auf diesen vielversprechenden Wurf gefreut 🙁

Die Natur hat scheinbar ihre eigenen Pläne und nun heißt es zuversichtlich nach vorne zu schauen und so wird es im Frühjahr 2017 einen neuen Anlauf geben. Dann hoffentlich mit vielen, munteren Sommerwelpen!

_________________________

Vergangene Woche wurde der Crosswind’s E-Wurf auf den Weg gebracht. (Das hoffen wir zumindest 🙂 )

Nun heißt es abwarten und Daumen drücken, dass um Weihnachten herum jede Menge kleiner Chessiewelpen bei Crosswind’s fallen.

Nähere Info’s zum Wurf gibt es hier:

Crosswind’s
Wir sind sehr gespannt auf die „Blade-Kinder“ und freuen uns sehr über diese Verpaarung.

Championtitel Blade

Letzte Woche haben wir Post vom DRC bekommen und Blades Championurkunde war im Briefkasten.

Blade darf sich nun mit dem Titel „Deutscher Champion mit Arbeitsprüfung“ schmücken. Wir freuen und sehr und sind auch ein kleines bisschen stolz auf den Bub.

Er hat innerhalb von wenigen Shows schnell die nötigen Anwartschaften für den Titel gesammelt und wurde – bis auf eine kleine Ausnahme – immer mit dem Prädikat „vorzüglich“ und wirklich tollen Beurteilungen bewertet.

Blade entspricht genau unserem Idealbild eines Chesapeakes. Athletisch, äußerst arbeitsfreudig und optisch ein „vorzüglicher“ Hund und das haben wir nun schwarz auf weiß, aber für uns ist er das schon immer 😉

Getreu dem Motto: heute auf Show, morgen auf der Jagd überzeugt er als echter „Dual Purpose“ Chesapeake Bay Retriever.

 

Dt.Ch. m. Arbeitsprüfung Haunted House Blade Runner WDQ

 

031

cci14102016_00000

 

 

Brauchbarkeitsprüfung Gustav

Aus einer Schnapsidee wurde Ernst…

Den Sommer über haben wir fleißig trainiert und Gustav lernte und lernt viel und vor allem schnell. Er arbeitet Schleppen wie ein Großer, er bringt von Kaninchen, über Taube, Ente, Fasan bis hin zur Krähe alles in die Hand. Die ein oder andere Stöbererfahrung hatte er auch schon und Schweiß war quasi ein Selbstläufer. Also meldete ich ganz größenwahnsinnig die volle Brauchbarkeit (außer Wasser, das wurde in unserem KJV dieses Mal nicht angeboten).

Ein wenig Stangenlaufen, das ein oder andere Mal noch Stöbern im Mais UND das Standtreiben mussten innerhalb von 14 Tagen noch etwas „finegetuned“ werden, aber ich war zuversichtlich, dass wir das schaffen 😉

10 Tage vor der Brauchbarkeit gab es das erste Standtreiben mit einem weiteren Hund, Gustavs erste Erfahrung dieser Art. Am Wegrand sitzen und warten, während Frauchen „Hopp Hopp!“ ruft und Dummies auslegt, welche er danach suchen darf, kannte er schließlich aus dem FF. Tja und plötzlich läuft alles anders wie man denkt…

Gustav fand das Treiben, den Lärm und die Schüsse irgendwie komisch und wollte partout nicht am Bein sitzen bleiben, sondern sich lieber nach hinten weg verdünnisieren. Tausend Sachen schossen mir durch den Kopf, ganz dick und fett natürlich die Schussempfindlichkeit. Sowas hatte ich noch nie, aber sag niemals nie. Prompt machten wir den Vergleich und schossen im Feld während des Freilaufs. Gustav zeigte sich nicht beeidruckt, sondern suchte eifrig nach IRGENDWAS. Der Schuss interessiert ihn also herzlich wenig.

Brainstorming war angesagt und ich entschloss mich dazu es so zu machen wie er es kennt. Die Treiber im Treiben wurden mit Dummies ausgestattet und Gustav durfte während des Treibens beobachten, wie Dummies ausgelegt werden und anschließend arbeiten. Das Treiben, der Lärm, die Schüsse ergaben für das kleine Terrierhirn langsam einen Sinn und es wurde von Tag zu Tag besser. Gustl konnte zum Schluss (2 Tage vor der Brauchbarkeit) nahezu entspannt am Fuß sitzen und durfte im Anschluss immer etwas im Treiben finden. Crashkurs in Sachen Verhalten auf dem Stand geglückt – oder?

Nichts desto trotz war ich am Prüfungstag tierisch aufgeregt. Die Gehorsamsfächer kamen als erstes dran, da sie als „Zugangsvoraussetzung“ für die restlichen Fächen verpflichtend sind. Es ging mit der Schussfestigkeit im Feld und heranrufen los. Nach kurzer Begrüßung durch die Richter leinte ich ihn ab und schickt ihn in den Freilauf. Erster Schuss, Gustl guckt: „Frauchen?!“ ich schicke ihn weiter und er sucht weiter. Zweiter Schuss, ranrufen. Gustav kommt auf den Doppelpfiff im Tiefflug und parkt in vorbildlicher Manier am Fuß ein 🙂 was ein Terrtriever ist, weiß sich eben zu benehmen. Die Zuschauer waren etwas verblüfft ob des tollen Gehorsams des jungen Terroristen. O-Ton: „Sowas sieht man nicht so oft…“ erster Pluspunkt für Gustav, Schussfestigkeit und rankommen auf den Pfiff – check!

Im Anschluss an die Schussfestigkeit (ein Gespann konnte nicht bestehen, der Dackel hatte eine eigene Mission und war davon nicht abzubringen) ging es für die Verbliebenen 5 Gespanne in unserer Gruppe weiter zum Stangelaufen. Kurz und knapp: hat er brav gemacht. Das ist seit Welpenbeinchen an unsere Standardübung.

Im Anschluss daran folgte das Standtreiben. Wir waren die letzten in unserer Gruppe und hatten somit das ganze Treiben und die Schüsse der restlichen Gespanne vor uns. Mein Ar*** ging auf Grundeis und mir schossen alle Szenarien durch den Kopf. Vom rückwärts weg wollen, über in die Leine springen bis hin zum winseln spielte mein Kopfkino verrückt und wurde, zum Glück, vom beginn des Treibens unterbrochen. Kurzer Lagecheck nach unten an mein linkes Bein, Gustav sitzt wie festgenagelt und staunt in den Bestand hinein. Der dachte wohl „Sooooo viele Treiber und die legen alle ein Dummy für mich aus!!!“ 🙂 Ich gab meinen Schuss ab, brach die Flinte und schaute gespannt an meinem Bein herunter: ER SITZ immer noch so festgetackert wie zu beginn des Treibens! Yeah!!!! Crashkurs hat geholfen.

Er saß während des kompletten Treibens gespannt, aber ruhig, am Fuß und schaute sich das Spektakel an, als es vorbei war schaute er zu mir hoch, ganz nach dem Motto „Darf ich jetzt?“. Zur Belohnung bekam er seinen Ball, auch wenn er etwas enttäuscht war, dass er das Abteil jetzt nicht auf links drehen darf. Er hat es verkraftet und mir fiel gefühlt der Mount Everest vom Herzen…

Man bestaunte das ruhige Verhalten des Terriers ein weiteres Mal und ich war einfach nur happy. Jetzt musste er nur noch das zeigen was er konnte: arbeitenwar angesagt!

Die Übernachtfährten wurden gelost und wir bekamen Fährte Nummer drei. Das bedeutete für Herrchen und Frauchen erstmal Beruhigungskaffee und ein kleines Frühstück. Gustl durfte eine kleine Runde Gassi gehen und sich im Anschluss in seiner Box mental auf die Fährte vorbreiten.

Als wir an der Reihe waren, bekamen wir unseren Anschuss und die Fluchtrichtung angezeigt. Wie gelernt legte ich ihn wenige Meter vom Anschuss weg und packte in aller seelenruhe Leine und Halsband in meinen Rucksack, legte ihm die Halsung samt Riemen um und machte mir ein Bild von unserem Anschuss. Am Anschuss untersucht er sehr konzentriert alles ab und machte sich langsam auf den Weg. Er arbeitete sehr ruhig und konzentriert, zeigt immer wieder Schweiß an und war auch sonst zu lesen wie ein Buch. Nach dem ersten Haken zeigt er mir das Wundbett an und wir verharrten einen Moment. Kurz ablegen und durchatmen. Vor allem ICH! Dann ging es weiter in Richtung einer kleinen Lichtung mit Salzlecke. Auf Höhe der Salzlecke wurde er sehr unruhig und nahm die Nase ein paar mal zu oft hoch für meinen Geschmack. Ich ging ihm noch etwas nach, ehe ich abbrach und ihn abtrug, dorthin wo wir zuletzt auf der Fährte waren (meiner Meinung nach…) Kurz durchatmen, einen Schluck Wasser trinken und selbst nach Schweiß suchen… Weit konnte das Ende nicht mehr sein. Ich fand leider keinen Schweiß und vertraute auf Gustav, der streckte seine Nase in die andere Richtung (von der Verleitung weg) und ich entschloss mich dazu ihm nachzugehen. Er arbeitet etwas weniger konzentriert weiter, nichts desto trotz sicher und mit Zug nach vorne. Nach einigen, ungewissen Metern sah ich dann die Decke vor uns liegen. Ohne Abruf zum Stück gekommen.

Das Jagdhorn erklingt und Gustav erntet großes Lob!!! Unsere Zusammenarbeit und Ruhe auf der Fährte wird sehr gelobt. Den letzten Haken hat er einfach überlaufen und ab da hatten wir ein wenig zu kämpfen, aber er zeigt einen großen Findewillen und hat sich selbst wieder auf die Fährte gebracht, ohne dabei mich am Ende des Riemens zu vergessen. „So muss Teamwork aussehen“! So ein Lob geht runter wie Öl 🙂

Im Anschluss daran verabschiedeten sich drei Gespanne ins Suchenlokal und wir waren für die Schleppen nur noch zu zweit. Schleppen sind Gustls Lieblingsdisziplin… Die Kaninchenschleppe und die Federwildschleppe arbeitet er gewohnt wie die Feuerwehr und trägt beide Stücke vorbildlich zu, so dass wir sogar Applaus von den Zuschauern ernten und mein Grinsen immer fetter wird. SO EIN FEINER BUB! Es macht so ein Spaß mit ihm zu arbeiten und das Vertrauen das er mir entgegenbringt macht mich wirklich stolz… So ein Terrier könnte sich ja auch einfach aus dem Staub machen, da draußen im Feld, ohne jegliche Kontrolle. Nachdem die Schleppen gelaufen sind, geht es zum letzten Fach für uns und Gustav war als einziger für das Stöbern gemeldet. Somit hatten wir alle Zeit der Welt.

Am Maisacker angekommen herrschten schon ziemlich hohe Temperaturen und ich hatte bisschen Bauchweh, ob er das nun auch noch schafft. Gerade mal 12 Monate und dann so ein haufen Fächer, das hätte auch schief gehen können. Er suchte fleißig den ganzen Acker ab und es hat lange gedauert, gefühlt eine Ewigkeit. Leider war nichts drin… 🙁  also ein letzter Versuch, ab zum nächste Acker.

Die Nerven waren am Ende, das letzte Fach wollten wir gerne noch bestehen vor allem weil der kleine Kerl sich so bemühte. Gustav machte sich ein weiteres Mal eifrig auf den Weg, es dauerte wieder gefühlt ewig, ehe endlich der erlösende Laut erklang.

Er erteilete drei Stück Rehwild und einem Fuchs Hausverbot und schmiss sie raus :-). Dank GPS sahen wir, dass er sich nach wenigen Minuten auf dem Rückweg befand und ich war überglücklich. Wir gingen ihm ein paar Meter entgegen und nahmen den kleinen König in Empfang, standesgemäß wurde er die letzten Meter zum Auto auf Händen getragen *lol* 26 Grad und voller Körpereinsatz zehren dann doch ein wenig. Gefühlt 5 Liter Wasser später war er aber wiederhergestellt 🙂

Somit hat er nun den Freifahrtschein für die kommende Drückjagdsaison, mal schauen was er daraus macht… Nächstes Jahr geht es dann weiter, für eine GP muss noch ein bisschen geübt werden. Erstmal genießen wir den Herbst und Winter und sind sehr gespannt wie er sich im Einsatz zeigt.

Besonders stolz bin ich darauf, dass er einen guten Eindruck hinterlassen hat und trotz jungem Alter so überzeugend gearbeitet hat.

Gustl fetzt halt 🙂

dsc_9692

dsc_9680

 

 

 

Spezial-Jagdgebrauchsprüfung(LCD)

Ende August ging es für Blade und mich nach Linsingen zur Spezial-Jagdgebrauchsprüfung für Retriever des LCD.

Bei der SpJGP/R werden hohe Ansprüche an Lenkbarkeit und Führigkeit gelegt und als „Eliteprüfung“ des Labrador-Clubs, dürfen nur Hunde starten, die bereits eine BLP erfolgreich abgelegt haben.

Morgens zum warm werden ging es direkt mit dem Einweisen los. Zwei Fasane waren zu holen, der Winkel, mit nahezu 90 Grad zwischen beiden Stücken, sehr human und mit einer Distanz von 80-100m für Blade gerade richtig zum warmlaufen 🙂 

Erstes Fach mit voller Punktzahl in kürzester Zeit geschafft!

Leider hat es ein Teilnehmer nicht geschafft und somit waren wir nur noch zu zweit verblieben.

Danach ging es zur Waldschleppe. 500m, 20min Stehzeit und der Frage, wie stellt man sich besonders doof an?! Ich hätte es fast vermasselt, indem ich vor lauter Aufregung die Ablaufleine falsch losgelassen habe, selbst fast auf die Nase gefallen bin und zu allem Überfluss mit meiner Aktion Blade auch noch irritiert habe. Nichts desto trotz war ihm ziemlich egal wer oder was da hinter ihm hing 😉 er lies sich zum Glück nicht irritieren und arbeitete die Schleppe in gewohnter Manier aus, Braver Bub!!! 

Nach den Schleppen ging es zum Wasser. Verlorensuchen von 2 Enten aus der Uferdeckung. EIGENTLICH für Blade ein Kinderspiel. Ja, eigentlich… Denn er hatte eigene Pläne im Wasser und so haben wir ein wenig gekämpft und ordentlich diskutiert, bis wir beide Enten gerade noch in der angegebenen Zeit fanden. Wasser-Krimi ein feinsten, nichts für schwache Nerven!!! Das hat uns zwei Prädikate gekostet und somit auch leider einen Abzug in der Lenkbarkeit. Ein wenig ärgerte es mich in diesem Moment, da er das EIGENTLICH wesentlich besser kann, wie er auch schon oft genug bewiesen hat… Aber eben nur EIGENTLICH 😉 

Nichts desto trotz waren wir noch im Rennen und im letzten Fach machte er wieder einiges gut und zeigte sich beim Fach „Einweisen über Wasser auf eine Schleppspur“ wesentlich kooperativer, lies sich artig von mir im Wasser lenken und genau auf die Schleppe schicken. Zügig hatten wir die letzte Ente des Tages „heim gebracht“ und die Labradorspezial bestanden!!!! Blade als einziger Chessie (aber in seinem tiefen Innern ist er ja doch auch ein bisschen Labbi)

Es war eine tolle Prüfung, die im Nachhinein betrachtet jede Menge Spaß gemacht hat. Ich hatte eine tolle Mitstreiterin und Steffi und ihre braune Labradorhündin „Zelma“ haben an diesem Tag den Suchensieg verdient gewonnen!!! 

Und nicht zu vergessen einen herzlichen Dank an die Richter Annika Schäffer, Thomas Tang und Heiner Hausmann für das faire Richten, die stets gut gelaunten Gesichter und das mitfiebern und freuen bei jedem einzelnen Fach!





Internationale Rassehundeausstellung Gießen

Letztes Wochenende stand ganz im Namen der Schönheit 😉

Blade und Candi wurden von mir auf der CACIB Gießen in der Gebrauchshundklasse ausgestellt und bekamen beide ein Vorzüglich mit dem ersten Platz und sogar beide das CACIB verliehen. 

Zum Schluss wurde Blade „Best of Breed“ (BOB) und Candi „Best opposite sex“ (BOS)!

Beide sind ihren Championtiteln einen kleinen Schritt näher gekommen. Für Blade brauchen wir noch ein „Ticket“ zum VDH & DRC Championtitel und Candi benötigt ebenfalls nur noch ein Ticket für den DRC Champion. Was in anbetracht der wenigen Ausstellungen, die wir besuchen wirklich ein schöner Erfolg ist. 

Somit beweisen die Zwei, dass sie sich sowohl im rauhen Jagdalltag, auf diversen anspruchsvollen Prüfungen sowie auch im Ring von ihrer besten Seite zeigen können und somit echte „Dual Purpose Chesapeakes“ sind.

Wir sind sehr gespannt auf den Wurf der Beiden im Zwinger Crosswind’s! 

Näheres dazu hier.