Dr. Heraeus Gedächtnisprüfung

Am 2.11.2013 war es soweit. Ich führte Bones auf der “Heraeus”, einer Elite-Prüfung des DRC, die man nicht alle Tage führt!!! (Wer genau wissen möchte wie so eine Prüfung läuft, schaut am besten hier ‘mal nach)

Morgens ging es los in Richtung Sulzdorf an der Lederhecke. Bei der BZG Unterfranken habe ich bereits Dexter 2010, sowie Bones 2011 auf BLP geführt und fühle mich immer sehr wohl bei Miriam und Christian Steinmetz, die die Sonderleitung wirklich mit vollen Einsatz machen und die Teilnehmer den ganzen Tag mit leckerem Kuchen und Kaffee sowie den genialsten Suppen, zum Aufwärmen, über Wasser und bei Laune halten :)Vielen Dank dafür!!!

Gegen 8.30 Uhr wurden wir Teilnehmer von der Sonderleitung und den Richtern, Edmund Sagawe, Günter Walkemeyer sowie Eberhard Simon Mathes, begrüßt. Das Wetter zeigte sich nicht wirklich von seiner schönsten Seite und uns allen war schnell klar, das wird ein nass-kalter Prüfungstag!

Nachdem die erste Ansprache gehalten wurde, versammelten wir uns alle am Schloss in Aidhausen, dort wurde von der Bläsertruppe stimmungsvoll “zur Jagd” geblasen und so hieß es endlich aufsitzen zur ersten Aufgabe!

Die Prüfung begann mit dem Fach Haarwildschleppe. Ich freute mich schon darauf, denn so konnte Bones gleich ‘mal ein wenig Dampf ablassen und meine erste Aufregung war hoffentlich auch verflogen. Bei der Heraeus wird ein Stück Haarwild 500m unter Einlegung von Haken über wechselndes Gelände gezogen. Bones Schleppe begann auf einem Wiesenstück, ging über einen Graben, danach durch eine Hecke und anschließend durch eine Feldholzinsel.

Bones arbeitete die Schleppe im Affenzahn aus und hat mich am Anschuss ‘mal wieder fast von den Füßen geholt :)Getreu’ dem Motto “Nase runter und gib’ ihm” hat Bones die komplette Schleppe samt der Geländeübergänge artig ausgearbeitet und kam im Tiefflug wieder mit Kaninchen zurück. Unser erstes Prädikat stand fest: “hervorragend”

Nun war ich ein klitztekleines bisschen gelassener und Bönschen ein bisschen glücklicher :)

Alle anderen Gespanne konnten dieses Fach auch bestehen und so ging es zum nächsten Fach, was mich allerdings ein bisschen schwitzen lies. Als ich hörte, dass wir als nächstes Standtreiben mit Verlorensuche machen, fing ich an leichte Schweißausbrüchen zu bekommen :)

Da wir schon November hatten und Bones dementsprechend mitten in der Jagdsaison war, ist er bei vielem “Geknalle” und “Hop-Hop-Gerufe” tendenziell etwas hibbeliger wie sonst, ich hätte mir dieses Fach doch zum Ende des Tages gewünscht, aber “Augen zu und durch” dachte ich mir und so traten alle Teilnehmer zu diesem Fach an.

Das Standtreiben hat er relativ gut gemeistert. Er war zwar kurz vor’m platzen, aber hey, Arsch am Platz gehalten und das zählt doch ;)bei der Suche hatte er sich vorgenommen, dass ihm das nun doch etwas suspekt erscheint SEIN Suchengebiet mit ihm vollkommen fremden Hunden teilen zu müssen. So kam es, dass er das ein oder andere Mal fragte, als er von mir in die Suche geschickt wurde. Nichts desto trotz, hat er seine drei Stück Wild gefunden und artig bei mir abgeliefert und niemand hat in der Suchenfläche rumgezickt. Alle Gespanne waren auch nach dieser Aufgabe noch im Rennen und ICH??? Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd. Prädikat bei dieser Aufgabe “gut”.

Bonsi hat unser Zitterfach geschafft “Tschakka!!!!”

Allerdings wendete sich das Blatt schlagartig bei der nächsten Aufgabe und ja, dieser grobe Fehler ging ohne wenn und aber voll auf meine Kappe.

Doppelmarkierung. Das Gelände war anspruchvoll, aber für eine Doppelmarkierung echt genial. Wir standen auf einer Kuppe, gerade vor uns ging es leicht hangabwärts auf eine dichte Hecke zu und hinter der Hecke ging es dann nochmal Bergauf und dort auf der Wiese standen die Schützen/Werfer. Rechts von uns (ca. im 90Grad Winkel, also durchaus ohne Probleme machbar) ging es erst einige Meter auf der, abschüssigen Wiese weiter die dann in etwa hüfthohes Altgras überging. Dort standen ebenfalls zwei Helfer/Schützen, allerdings waren diese nicht so prominent sichtbar wie die Beiden auf dem Hügel, da dort die Wiese leicht abschüssig war und das Gras sehr hoch. EIGENTLICH kam ich festentschlossen zum Ansetzpunkt, meinen Hund direkt nach rechts auf die “verdeckte” Markierung zu drehen. Er war nämlich so scharf auf die Werfer auf dem Hügel, dass sein voller Fokus dorthin ging. Ich wollte ihm helfen und ihn gleich nach rechts ausrichten, da ich mir eigentlich ziemlich sicher war, dass er das “Hügelmark” ohne Probleme arbeitet. In letzter Sekunde entschied ich mich anders und setzte ihn mittig so dass er beide Markierungen sehen konnte.

Erster Schuss “Hügelmarkierung” fällt, zweiter Schuss “Altgrasmarkierung” fällt. Bones schaute nur eine millisekunde nach rechts, als es knallte und die Ente flog. Die rechte “Altgrasmarkierung” sollte zuerst gearbeitet werden. Ich richtete ihn weit rechts aus und schickte ihn, auf die Freigabe hin, zum Apport. Er rannte auch zuerst in die Richtung, um dann auf der halben Strecke durch die Hecke, auf die andere Seite der Wiese zu schlüpfen. Also stoppte ich ihn und erinnerte ihn nochmal “mark!” Richtungsweisung nach rechts, aber es nützte nichts. Er hatte einfach nicht markiert. Als ich ihn anfing einzuweisen war mir sofort klar “Das war’s! Unsere Heraeus ist gelaufen, weil Du blöde Kuh es nicht so gemacht hast, wie immer!!!” :(Nichts desto trotz brachten wir diese Aufgabe zu Ende. Er lies sich einige Male sehr artig von der “falschen Ente” wegholen und ich konnte ihn auf die eigentlich zu holende Markierung einweisen.

Die zweite Markierung holte er wie an der Schnur gezogen. Fullspeed den Hang herunter, ab durch die Hecke, zack nach oben und dran war er! Aber das nützte uns auch nichts mehr und ich suchte sofort nach der Aufgabe in der Prüfungsordung:

 

§25, abs. 4:

Ein Retriever, der auf das Stück Wild ausschließlich eingewiesen wird oder eine Frei-Verlorensuche im gesamten Arbeitsgebiet duchführt, zeigt eine “ungenügende” Leisung.

 

Das war’s…

Leider hat es ein weiteres Gespann bei dieser Aufgabe ebenfalls nicht geschafft.

Aber so what? Nun sind wir schonmal hier und schließlich wird nicht jeder Hund zu so einer Prüfung zugelassen. Wir machen weiter!!! Wann haben wir schon die Möglichkeit unter “realen Bedingungen” zu trainieren???

Es ging weiter und das Einweisen stand auf dem Plan. Auch hier war der Winkel sehr “fair” und lag bei 90 Grad. Das rechte Stück lag in einem Wald und der Hund musste hangaufwärts durch den Wald linen und das linke Stück lag auf einer Wiese, im hohen Gras. Bones holte beide Stücke artig, lies es sich aber nicht nehmen während des Schickens einmal zu fragen “Frauchen du bist so entspannt, alles gut mit dir??”. Diese Aufgabe schlossen wir mit dem Prädikat “sehr gut” ab.

Nach einer Mittagspause im Trockenen (es hat endich aufgehört zu Regnen) und einer super leckeren Kartoffelsuppe, von Miriam, ging es an die letzten Fächer.

Einweisen über Wasser in’s Schilf und anschließender Schussmarkierung. Der Schilfgürtel lag vor uns in ca. 60-70 Meter Entfernung. Rechts am Ufer standen zwei Helfer im Schilfgras, für die anschließende Schussmarkierung. Ich schickte Bones geradeaus ins Schilf, auf dem Weg dorthin checkte er kurz rechts die Lage, lies sich aber anstandslos weiterschicken und stöberte das Schilf durch, als er auf dem Rückweg war fiel die Markierung und diese durfte er, nach artigem abliefern der Ente, arbeiten. Ich empfand es als tolle Arbeit, Schilf und Wasser sind einfach seins und das Prädikat bestätigte das: “hervorragend”

Als letztes Fach ging es an ein weiteres Gewässer. Über Wasser Einweisen auf eine Schleppspur. Jo, ich schickte meinen Hund, er stieg am anderen Ufer aus und arbeitet ganz selbstständig nach dem Motto: “Frauchen ich weiß schon!!!!” die Schleppe aus, welche vom Ufer in ein Waldstück führte. Ente abgeliefert, Prüfung beendet. Prädikat: “hervorragend”

Im anbetracht dieser genialen Leistungen verdrückte ich auf der Fahrt zum Suchenlokal schon das ein oder andere Tränchen, weil ich mich über meine Dummheit bei der Markierung ärgerte, aber auch weil ich sowas von stolz war auf meinen Hund war. Er hat wirklich ganz toll gearbeitet und ein kleines bisschen Suchenglück gehört nunmal dazu, wie sagte Ursula einen Tag vor der Prüfung so schön? “Das mit dem Suchenglück ist wie dem 6er im Lotto!!!”

 

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Unser Zeugnis kann sich (bis auf das Minus beim Markieren) sehen lassen:IMG_2173

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