Blade Runner „runs“ JP/R :-)

Wie schnell die Zeit vergeht!

Kaum hat man die Welpenzeit hinter sich gebracht schon ging der Ernst des Chessie-Lebens los und ehe man sich versah stand schon die erste Prüfung an!

Nachdem wir uns zu Beginn vergeblich um einige JP/R Plätze beworben haben, hatte ich schon befürchtet, dass wir die JP/R mangels Startplätzen in den Herbst schieben müssen. Blade ist zwar noch jung und hätte noch im Herbst und nächstem Frühjahr starten können, aber ich hätte diese Prüfung sehr gerne „schon aus den Schuhen“ und zu tun gibt es schließlich immer mehr als genug. Bei den wenigen, aber sehr feinen Trainings hat sich schnell gezeigt, dass Blady-Boy eigentlich ein Selbstläufer ist und die zigste Suche oder der zigste Wasserapport hätten den kleinen Arbeitswüterich wohl nur noch „verrückter“ gemacht.

Also hielt ich mich getreulich an das Motto „weniger ist mehr“ und als Blade jedes Fach ein paar Mal artig gearbeitet hat habe ich mich auf die Startplatzsuche begeben.  Zum Glück haben wir  – nach gefühlt der hundersten Meldung –  doch noch einen Platz bekommen und so ging es am 04.04.14 in Richtung Linsingen.

Morgens nach der Begrüßung und der Chipkontrolle hieß es auch schon aufsitzen und Abfahrt ins Revier. Hatte ich schonmal erwähnt, dass die Aufregung von Prüfung zu Prüfung schlimmer wird??? Vor allem war es auch Blades und meine erste gemeinsame Prüfung und umso aufgeregter war ich. Wusste ich doch bei Bones mittlerweile, dass er ein absoluter Verlass-Hund ist, bei Prüfungen immer total entspannt ist und sich nicht von mir anstecken lässt, aber wie wird das mit Blade? Er ist ein sehr sensibler Hund und hat ganz feine Antennen für mein Befinden.

Zum Glück hatten wir die Startnummer 1 und so hatte ich nie viel Zeit mir Gedanken vor den Aufgaben zu machen.

Als erstes Fach wurde die Schussfestigkeit geprüft. Hierzu begaben sich Hund und Hundeführer auf eine Wiese und der Hund wird geschnallt und darf sich frei bewegen. Blade legt „frei Bewegen“ etwas anders aus 😉 Also Leine los und Blady-Boy denkt sich „ab geht die Post“, prescht über die Wiese – erster Schuss! Er bleibt kurz stehen, schaut nach, ob etwas fällt und zeigt dann seinen berühmten Känguruh-Hüpfer, was den Richtern ein schmunzeln entlockte. Zweiter Schuss, Blade darf noch bisschen fetzen und wird dann von mir abgerufen. Schussfestigkeit bestanden.

Danach ging es zur Haarwildschleppe. Hier wird ein Stück Haarwild (Kaninchen) unter Einlegung von 2 rechtwinkligen Haken 200m geschleppt. Am Anschuss hat Blade zügig die Witterung aufgenommen, die Schleppe sauber ausgearbeitet, das Kaninchen einmal überschossen – immer noch zu schnell für seine Nase – nahm auf und brachte mir im Tiefflug das Kaninchen – 10 Punkte, erstes „echtes Fach“ bestanden. Nun war ich auch etwas entspannter und bis die restlichen 6 Hunde ihre Schleppen gearbeitet haben blieb ein wenig Zeit ein bisschen zu quatschen, Kaffee zu trinken und sich zu entspannen. Blade nahm das mit dem entspannen auch sehr ernst und schlief – nachdem er eine Runde Knuddeleinheiten von mir und den Leuten genoss – seelig im Kofferraum.

Anschließend ging es weiter zum Merkapport. Als wir mit der Autokolonne an einem – etwa kniehohen – Rapsacker hielten, schwante mir tatsächlich böses. Die Markierungen fielen im Raps!!! Blade kannte Raps noch nicht und ist bei Markierungen gerne mal schnell aus dem Fallbereich raus, wenn er nicht schnell findet oder punktgenau markiert. Nun wurde ich doch etwas blass um die Nase, aber ich hatte zum Glück keine Zeit um irgendwelche Kopfkino-Szenen abzuspielen 🙂

Blade sitzt also neben mir und da er bisher immer steady war, habe ich es so gehandhabt wie beim Training – er saß frei. Schuss fällt, Ente fliegt, ich zähle innerlich „21, 22 …“ und schicke Blade zum Apport. Mit einigen Hechtsprüngen, ganz in Blade-Manier, springt er durch den Raps, zielstrebig zur Fallstelle und hat die Ente!!! Artig abgeliefert – 10 Punkte!

Danach ging es zur Verlorensuche. In einer Fläche von 50×50 Metern werden 2 Enten und 2 Kaninchen ausgelegt und der Hund wird in die Suche geschickt. Blade konnte jetzt endlich mal ordentlich Dampf ablassen und flitzte durch das Suchengelände. Zuerst ganz tief und arbeitete sich dann artig nach vorne und brachte alle vier Stück ratz fatz nach Hause. Wieder einmal 10 Punkte – wird ja langsam eintönig 🙂

Als letztes Fach ging es ans Wasser. Auch hier fällt nach dem Schuss eine Ente und der Hund soll diese finden und bringen. Zum Abschluss der Prüfung wollte Blade allen zeigen was ein stylischer Sprung ins Wasser ist und sprang, als ob es um ein Weitsprungwettbewerb geht, fast bis zur Ente 🙂
ebenfalls 10 Punkte!

Blade hat seine erste Prüfung gemeistert, mit tollen 260 Punkten den Suchensieg geholt und das als jüngster Hund und dazu noch ein Chessie 😉 stolz wie Oskar auf meinen „Arbeitswüterich“ fuhr ich direkt von der Prüfung auf die Arbeit und war sehr beflügelt.

Am allermeisten aber hat es mich gefreut, dass Blade den ganzen Tag über super entspannt und absolut souverän die Prüfung gemeistert hat. Er hat sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen lassen und gearbeitet, als wäre er ein alter Hase 🙂 Das beruhigt mich als Hundeführerin sehr, da ich nun weiß, dass meine Aufregung ihn auch  nicht aus der Ruhe bringen kann!!! Ich freue mich schon auf weitere gemeinsame Prüfungen und kann nur sagen Blade hat ordentlich gerockt und spaß gemacht! Ich bin sehr stolz auf ihn.

 

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