Mera Workingtour 2014 – Workingtest am Rosshof

Am Samstag war es soweit, Blade und ich starteten bei unserem ersten gemeinsamen Workingtest in der Anfänger-Klasse.

Da wir nicht mehr „Schnuppern dürfen“ und der Trainingsworkingtest „Schäufele-Cup“ für uns leider unmöglich war, da ich Abends arbeiten musste, blieb also nur „der Sprung ins kalte Wasser“ und es auf einem A-Workingtest versuchen 🙂 zu verlieren gibt es nix – nur viel Neues dazu zu lernen!

So ging es am Samstag in Richtung Großheubach und mit 60km Fahrt, war es eine sehr entspannte Angelegenheit. Wir hatten quasi ein Heimspiel. Der Rosshof liegt traumhaft idyllisch im Spessart, umgeben von wunderschönen Streuobstwiesen. Punktlich um halb acht kamen wir an und ich hatte noch einige Zeit ihn ausgiebig zu lüften bis zur Anmeldung um 8.00Uhr.

Bis zur Abgabe der Ahnentafel war ich noch recht entspannt, die Entspannung schlug aber rapide um, als ich unsere Startnummer „26“ entgegen nahm. Wir waren die Letzten in unserer Gruppe, so dass wir einige Zeit hatten.

Nach einem ordentlichen Fußmarsch ins Gelände hatten dann auch Hund und Frauchen bisschen Zeit sich die Aufregung abzulaufen. Für unsere Gruppe ging es bei Aufgabe 3 los.b Nachdem wir unser Lager aufgeschlagen hatten und eine ganze Weile warten musste, war ich dann ziemlich aufgeregt, als es nach einer gefühlten Ewigkeit losging. Also tingelten wir (ich mit MEGA Herzklopfen) zur Aufgabe, schließlich ist es das erste Mal für uns und wie wird Blade reagieren? Kommt er mit meiner Aufregung klar, blockiert er oder dreht er durch und lässt die Sau raus? 😀 Fragen über Fragen im Hirnkasten. Aber „wer nicht wagt der nicht gewinnt“ – so oder so ähnlich.

 

Aufgabe 3 – Michael Renner (7 Punkte):

Wir stehen im lichten Wald, vor uns in ca. 10-15 Metern, geht es recht steil Hangabwärts und in der Senke (Entfernung max. 20 m) stehen zwei Helfer an einem Trampelpfad, welcher in einer Linkskurve abbiegt. Nachdem die Aufgabe erklärt wurde, wurde Blade abgeleint und es ging mit „Walk-on“ auf die Helfer zu. Nach ein paar Meter fiel ein Schuss – ohne dass etwas geschah – und es ging weiter bis etwa 2-3 Meter vor den Abhang, dann noch ein Schuss und ein Dummy fliegt in gerader Linie hinter die Helfer in den nächsten kleinen Hang, der hinter der Senke kam, wo die Helfer standen. Auf die Freigabe des Richters durfte der Hund geschickt werden und nachdem der Hund das Dummy aufgesammelt hat, fiel – kurz bevor der Hund bei einem war – noch ein Schuss (das Dummy wurde bereits vor dem Schuss an die selbe Fallstelle gelegt). Anschließend musste man noch einmal auf die Freigabe warten und den Hund noch einmal an die selbe Stelle schicken.

Blade lief nicht sauber am Fuß und bei den Schüssen fand er es überflüssig sich zu setzen, sondern machte lieber einen Schritt weiter vor. Leider konnte er nicht markieren, aber das geht ganz allein‘ auf meine Kappe und ich könnte mir in den Hintern beißen dafür, da Michael Renner EXTRA noch VOR der Aufgabe sagt „Pass gut auf, dass dein Hund den Helfer genau vor sich hat!“ danach war mir auch klar wieso. Ich bin wärend des Walk-Ups etwas nach links abgedriftet, so dass er direkt in seinem Blickfeld ein paar junge Fichten hatte, die ihm die Flugbahn incl. Fallstelle versperrten. Aus der Perspektive des Hundes war das Dummy nur kurz zu sehen und da wir beide nicht bei der Sache waren, hat er nicht markiert sondern ist den Hang hinunter und dem Trampelpfad nach links gefolgt. Hier musste ich sehr viel helfen. Stoppen und handeln und beim zweiten schicken ist er dann gerade nochmal links abgebogen und das gleiche Spiel nochmal.

Das hat natürlich – in Verbindung mit unsauberem Fußlaufen – ordentlich Punkte gekostet. Nach der Aufgabe dachte ich mir nur: „Na super, Peter! Wenn Du bei so einer Basic-Aufgabe schon so durch den Wind bist, dann kann das so nix werden…“

Blade verstand die ganze Aufregung nicht, sondern hat sich anschließen in der Wartezone zur Aufgabe 4+5 lieber den entspannteren Sachen gewidmet und seelig neben mir gepooft, ab und an Stöckchen gekaut und sich gelangweilt – immerhin war einer von uns tiefenentspannt 🙂

Als mir dann von den Teilnehmern zu Ohren kam, dass Aufgabe 4+5 unmittelbar aufeinander folgen UND im Zweierteam geprüft werden bekam ich wirklich weiche Knie. Nach einiger Wartezeit fing ich dann irgendwann an, Aufgeregt auf und ab zu laufen und mir zu überlegen WIE ich Blade am besten durch diese Aufgabe bekomme 🙂 Bällchen zeigen, gut zu reden  und ganz viel Hoffnung, denn im Team mit einem fremden Gespann und dann auch noch Walk-Up, schießen, warten… Das war eine üble Kombi für meinen kleinen Einzel-Kämpfer! Da wir das letzte Gespann in unserer Gruppe waren, musste ich auf das erste Gespann aus der nächsten Gruppe warten und das war gut, denn so konnte ich mir die Erklärung der Aufgabe durch den Richter nochmal anhören. Er erklärte die Aufgabe nur in der Wartezone ganz ausführlich für alle. Kurz vor der Aufgabe wurde dann nicht mehr viel erklärt.

 

Aufgabe 4 – Pieter Rooijakkers, NL (14 Punkte):

Wieder im Wald. Die Teams stehen nebeneinander, Blick in Richtung Tal. Links von uns auf ca. 40 m ein Kirrautomat auf auf einer kleinen Waldlichtung mit Wiesenbewuchs. Der Schütze steht am Kirrautomat. Rechts geradeaus steht  ein Schütze – Gelände ist hügelig. Vor uns geht es steil runter und dann wieder aufwärts, auf ca. 80 Meter steht der Schütze. Rechtes Gespann fängt an: Schuss – weite Markierung fällt, warten auf die Freigabe des Richters, schicken. Wenn der rechte Hund wieder da ist und das Dummy abgegeben hat, fällt für das linke Team die Markierung, mit Schuss, auf der Waldlichtung am Kirrautomat. Danach wird getauscht.

Blade und ich waren zuerst mit der rechten, weiten Markierung dran. Diesmal war er  wieder voll „online“ und hatte die Markierung nahezu gepunktet. Er kam lediglich etwas ausser Wind beim Dummy an und drohte es zu überlaufen, da entschied ich mich für einen kurzen Stopp-Pfiff mit kurzen Handschwenk rüber und Suchenpfiff, das hat er sehr sauber und vollkommen sicher angenommen und kam im Tiefflug wieder. Hier war ich dann auch noch „bei Sinnen“ und habe ihn mit Dummy einparken lassen und es ihm dann erst im Sitz abgenommen und ihm nochmal leise zu verstehen gegeben, dass er warten soll. Anschließend fiel für das linke Gespann die Markierung und die Hundeführerin musste ihren Hund ein paar mal pfeiffen und korrigieren, da ging mir mein Arsch dann auf Grundeis und ich merkte wie Blade langsam mit dem Hintern hochging nichts desto trotz wartete er recht artig und lies sich nicht merklich aus dem Konzept bringen, auch wenn er dem Golden viel lieber die Arbeit abgenommen hätte :-p

Danach war Seitentausch an der Reihe und ich richtete Blade sofort auf die Lichtung aus, so dass er die Waldmarkierung zwar mitbekam, aber nicht im Fokus hatte. Nachdem der andere Hund da war fiel unsere Markierung und ich schickte Blade nach der Freigabe. Er lies sich ein wenig vom Kirrautomaten ablenken, dort musste ich dann nochmal eingreifen und ihn stoppen um ihn nochmal mit Handschwenk rechts und Suchenpfiff zu helfen.

Aufgabe beendet. Da hinter uns der Waldweg ging und dort immer mal wieder Leute vorbeikamen, lies er sich davon durchaus ablenken. Das zeigt einfach, dass er in der Hinsicht noch ziemlich unerfahren ist und ihm die Routine fehlt. Ich denke auch das führte dazu, dass er – gerade die linke Markierung – nicht so sauber hatte.

Anschlließend ging es direkt weiter. Zurück auf den Waldweg zum Walk-Up.

 

Aufgabe 5 – Pieter Rooijakkers, NL (O Punkte)

Wir stehen auf dem Waldweg, nun ist rechts von uns die Waldlichtung, wo vorher die Markierung für das linke Gespann fiel. Entfernung ca. 40m. Wir standen rechts am Weg und unser Teampartner links von uns. Nachdem die Hund abgeleint wurden ging es „walkenderweise“ ein Stück den Weg entlang. Dann fiel ein Schuss – ohne dass ein Dummy fiel, das wurde vorher ausgelegt und war somit ein beschossenes Blind. Nach der Freigabe durfte man den Hund dann schicken. Das Dummy hatte Blade dann nach kurzer Suche im Fallbereich schnell drinnen und hier begann es dann mit unserem Untergang 🙂

Ich nahm Blade das Dummy direkt ab, ohne ihn einparken zu lassen. Er hat sich wohl gedacht „Yeah – Nummer durch!!!“ Ich war so erstarrt, als er nach der Abgabe einen Satz nach vorn machte und erstmal eine Runde schnüffeln ging. Durch sein „rumhampeln“ hat er natürlich unseren Teampartner gestört und kam auch erst nach der Zweiten Aufforderung wieder ans Fuß. Dort wollte er sich dann auch nicht mehr setzten, sondern lieber im Stehen zuschauen und mit gierigem Blick nach vorn, die Aufgabe nochmal arbeiten. 🙂

Das hat mich natürlich total aus’m Konzept gebracht und ich zog die Reißleine und hielt meine Hand einfach ein bisschen vor sein Gesicht, da ich nicht wollte, dass er den arbeitenden Hund durch evtl. Einspringen auch noch aus’m Konzept bring. Somit war uns unsere Null gewiss. Unsauberes Fußgehen in Verbindung mit der Gesamt-Performance ergab dann Null – leider…

Nach der Aufgabe entschuldigte ich mich dann noch bei unserer Teampartnerin und ab jetzt sah ich es als reines Training. So sagte ich es auch zu den Richtern und ich wollte die letzten beiden Aufgaben nicht als Punkte-Jagd fortführen, sondern als Training sehen und ihn ggf. zurückholen oder ihm helfen.

Nachdem wir für die ersten Aufgaben gefühlt Ewigkeiten gebraucht haben ging es nun zackig weiter und wir sprinteten zur nächsten Aufgabe. Raus aus dem Wald, ab auf die Wiesn.

 

Aufgabe 6 – Rudolph Hahn (16 Punkte):

Wir stehen auf einer Pferdekoppel. Geradeaus vor uns ein Bewachsener Hang, oben stehen zwei Helfer. Entfernung ca. 40 Meter. Nach einem Schuss fällt das Dummy von oben gerade herunter in einen Brombeerbewuchs. Nach der Freigabe darf man den Hund schicken, wenn der Hund das Dummy eingesammelt hat fällt – kurz bevor der Hund wieder da ist – ein Dummy links von mir, ca. 15-20 Meter. Nachdem der Hund das erste Dummy abgeliefert hat, darf man ihn dann auf das zweitde Dummy schicken.

Blade hatte wieder punktgenau markiert, hatte aber an den Brombeeren plötzlich die Eingebung einen besseren Einstieg ins Gestrüpp suchen zu müssen und ein bisschen rumgepienzt. Kenne ich von ihm so nicht, aber schiebe es einfach mal auf: „Müde, will schlafen, mamaaaaaa…“ 🙂

Nachdem er es dann endlich aus den Brombeeren gezwiebelt hat und auf dem Rückweg war, kam der Schuss. Blade – wie ein alter Hase – bleibt stehen, schaut sich die Markierung und Fallstelle genauestens an und ich hatte mir vorgenommen zu testen ob er von selbst kommt und wollte den Doppelpfiff nicht benutzen. War auch nicht nötig 🙂 nachdem er sich alles genau eingescannt hat, kam er von alleine und parkte – schon mit Blick in Richtung Markierung – neben mir ein und er durfte das zweite Dummy einsammeln. Dieses hatte er exakt gepunktet!!! Feiner Bub. Meine Freude hat er wohl gespührt und hat mir das Dummy wieder mal „auf Augenhöhe“ abgegeben. Da musste der Richter dann auch schmunzeln und bemerkte: „Na, der hat aber eine ordentliche Portion Temperament!!!“

Ich wurde dann auch direkt nach Blades Alter gefragt und wo er her kommt. Nach einem kurzen Plausch mit dem Richter war ich dann ganz Glücklich, den mit dem netten Kompliment „Er ist ein toller Hund, machen Sie sich nichts aus der Null, das passiert jedem“ ging ich dann – grinsend wie ein Honigkuchenpferd – zur nächsten  und letzten Aufgabe.

 

Aufgabe 1 – Stefan Steidel (20 Punkte):

Wieder eine Pferdekoppel. Vor uns auf ca. 40/50 Meter ein Reisighaufen. Rechts vom Reisighaufen geht es Steil nach oben 4-5 Meter, dort oben auf dem Plateau steht der Schütze und wirft nach einem Schuss das Dummy nach unten in Richtung Reisighaufen. Das letzte Drittel der Flugbahn und die Fallstelle sind nicht einzusehen und die Wiese etwa kniehoch.

Blade hat sich zum Schluss wohl gedacht „Euch zeig ich es jetzt nochmal richtig!“,  ging im Tiefflug raus und hatte das Dummy AUF DEN PUNKT GENAU markiert. Von Stefan Steidel gab es dafür ein riesen Lob und er sagte: „Bei mir hast Du heute deine Zweite Null… aber mit einer 2 davor!!! Das war super. Mehr wollte ich nicht sehen“ 🙂

Glücklich und beflügelt machten wir uns auf dem Weg zum Auto, der kleine Prinz wurde in sein Penthouse geladen, bekam einen Keks und fiel anschließend in einen komatösen Tiefschlaf, während ich Genica mit Fancy noch ein wenig Gesellschaft leistete. Sie sind Nachmittag in F gestartet und haben einen genialen 3. Platz belegt!!!

Im Großen und Ganzen bin ich mega Stolz auf den Bub, er war – bis auf ein paar kleine Grummeleien morgens – super entspannt. Aber so ist das, Morgens die Ansprache und Begrüßung, alles stürmt zusammen und die Hunde werden einfach nicht beachtet, da musste er dann einmal kurz brummeln als es um unserern Rucksack bisschen eng wurde, nachdem ich mir dann aber bisschen Platz verschafft habe, war alles wieder gut.

Er hat jeden Menschen freundlich begrüßt und es war kein Problem, wenn wir durch die Hunde- und Menschenmassen uns den Weg bahnen mussten. In der Wartezone hat er meistens gelangweilt Stöckchen gekaut.

Nun heißt es an unseren Schwachstellen gemeinsam arbeiten und vor allem AN DER FUSSARBEIT, denn für alles andere kann man durchaus Punkte verlieren, aber nicht für’s Fußlaufen. Bei Aufregung oder Konkurrenz oder oder oder klappt es eben noch nicht so gut, auch hat er scheinbar was an der Hüfte, wenn er in solchen Situationen ist, denn setzen findet er ziemlich überflüssig 🙂

…alles Basics und von denen kann man gar nicht genug haben!

Ich freue mich auf jeden Fall darauf weiterhin mit ihm gemeinsam Erfahrungen dieser Art zu machen, denn Spaß gemacht hat es uns so oder so und Blade ist es ziemlich egal ob bestanden oder nicht, Hauptsache er ist mir Frauchen unterwegs.

 

 

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