Skandal im Sperrbezirk….

… Skandal im Sperrbezirk.

So könnte man das Motto des gestrigen WT’s auch nennen, denn es wurde zum Schluss nochmal interessant 🙂 Aber erst einmal ganz von vorn.

Blade und ich machten uns gegen halb acht auf den Weg nach Erfurt zum Thüringer Workingtest. Das Gelände war schonmal genial, ein Bundeswehrgelände mitten in der Pampa. Traumhaft schön und an diesem Tag unter Retriever-Macht!!! Als ich gegen 9.30 in die huppelige Straße einbog, durch eine geöffnete Schranke, kam ich an einigen Schildern vorbei:

„Betreten Verboten“ „aneignen von Muntionsteilen verboten“ und viele mehr, also so ein richtiger SPERRBEZIRK 🙂

Um 10 Uhr gab ich meine Papiere ab und hatte bis ca. 11 Uhr noch Zeit Blade zu lüften, da die Schnupperklasse noch zu Gange war. Gesagt getan und wir schlenderten ein wenig über das Gelände, nachdem Frauchen und Hund die Thüringer Luft geschnuppert haben und ankamen habe ich mir erstmal ein Frühstück in Form von Laugenbrezn und Tee gegönnt, mein Magen war seit 2 Tagen nicht auf der Höhe 🙁 aber nachdem ich die Brezn irgendwie zerkaut hatte und den Tee inne hatte ging es langsam aufwärts und ich schnappte mir Blade und wir gingen auf den Weg in die „Begrüßungszone“ nach einer kurzen Ansprache ging es gegen kurz vor zwölf dann endlich los.

Die Startnummern 17 – 31 begannen bei Michael Walther mit den Aufgaben 3+4, somit auch wir, denn wir hatten die Nummer 30. Nach langer Wartezeit waren wir endlich an der Reihe.

 

Aufgabe 3 – Michael Walther

 

Aufgabe 3 MW

Michael Walther erklärte die Aufgabe und merkte an, dass es von dieser Aufgabe nahtlos in Aufgabe 4 über geht – also Hund nicht anfassen usw.

Eine „simple“ Einfachmarkierung über eine dichte Hecke hinweg (auf dem Bildauschnitt bei Google sieht sie wesentlich lichter aus). Der Schütze/Werfer steht in etwa 30 m Entfernung vor uns auf der Wiese und wirft, nach einem Schuss, das Dummy im hohen Bogen über die Hecke. Hinter der Hecke war eine höhergelegene und ziemich hoch gewachsene Wiese. Nachdem Blade artig markiert hat und gespannt auf die Freigabe wartete, durfte ich ihn eeeeendlich schicken und Blädi Gonzales flitze im einem scharfen Linkshaken den Weg hoch um sich den Kampf durch die Hecke zu sparen. (Grün = Idealweg. Rot = Blade’s Art).

Trotz des Freestyle Weges war Blade genauso schnell da, wie er auch raus ist. Er flitzte nämlich um die Ecke und ging scheinbar zielgenau auf die Fallstelle zu, da der Richter nach wenigen Sekunden schon die Hand hob und mir das Zeichen gab, dass er aufgenommen hatte. Man konnte die Hunde nämlich vom Startpunkt aus nicht mehr sehen, wenn sie hinter der Hecke waren.

Auf dem Rückweg hat er den Schützen nochmal etwas genauer angeschaut und sich dafür kurz vor mich gestellt, hat dann aber ohne weiteres Kommando von alleine eingeparkt. 🙂 kleiner Besserwisser!!!!  EGAAAAL… Dummy drin – 15 Punkte

 

Aufgabe 4  – Michael Walther

 

Aufgabe 4 MW

 

Diese Aufgabe hat vieeeeeelen Hunden ein Null eingebracht, vor uns die Gespanne kamen am laufenden Band mit einer Null aus dieser Aufgabe, so dass ich schon von vorn herein etwas Bammel hatte. Es ging also – wie oben schon geschrieben – nahtlos weiter und wir drehten uns nach links in Richtung des Weges den Blade als Abkürzung nahm. Der Richter erklärte wir machen nun einen Walk-Up und „oben“ angekommen erklärt er den Rest. Also liefen wir los und während des Laufens fielen 3 Schüsse. Blade hielt bei jedem Schuss kurz inne und schaute den Schützen genauestens an, allerdings schloss er jeweils durch eine kurze Geste von mir auf.

Ich denke, das hat dem Richter nicht gefallen, aber das kann ich Blade nicht übel nehmen… Er hat eben gelernt „Wenn’s knallt heißt’s UFFPASSE!!!“ Oben angekommen sollte man sich nach links drehen, so dass der Schütze einem nun im Rücken stand und man geradeaus einen hochgewachsenen Grünstreifen am Wegrand hatte. Der hatte in etwa die Fläche von 3 Meter Breite und max. 10 Meter Länge. Dort langen 3 Dummies drinnen und diese waren zu holen. „Easy going!“ dachte ich mir und schickte Blade nach der Freigabe los, der bretzelte auch ganz artig in die Fläche und hatte das erste Dummy schon drinnen. Einparken, abgeben und weiter geht’s… Blade hüpft mit zwei Sätzen in die Fläche und nimmt die Nase runter ——> *PISSSSS!!!!* „Himmel arsch und zwirn!!!“  Denke ich mir und fluche im Geiste wie ein Rohrspatz, dann sucht er weiter und nachdem er in der Fläche bis ganz nach hinten kam, saugte er sich prompt wieder fest und hob die Haxe ein zweites Mal! Daraufhin sollte ich ihn zurückholen und anleinen… Aufgabe beendet – 0 Punkte n.B. wegen Pinkeln

Er pinkelt beim Training wirklich nieeeeemals ihr könnt Uli fragen 🙂 !!!!!! Egal wieviele Hunde mitmachen ob Rüden oder Hündinnen und dann beim WT prompt gleich ‚mal den ganzen Blaseninhalt in der Suchenfläche gelassen…

Schade, sehr sehr schade! Aber weiter geht’s: „Mal schauen was der Rest bringt“ dachte ich mir und nahm mir vor einzugreifen, falls er nochmal meint pullern zu müssen.

 

Aufgabe 1 – Wolfgang Vergiels

 

Aufgabe 1 WV

 

Man steht mit dem Hund am Startpunkt und blickt genau auf einen Schützen, der etwa 10 Meter vor einem in einer kniehohen Fläche steht. Rechts vom Schützen steht ein Werfer in einem Hang und wirf – nach dem Schuss – ein Dummy von oben den Hang hinunter. Entfernung ca. 30 Meter. Blade hatte exakt gepunktet und kam im Tiefflug wieder, als er kurz vor mir in einem Graben hängenblieb – vorn über fiel und das Dummy verlor – DAPPES!!!! Er nahm es aber von selbst wieder auf, sah sich dann etwas verduzt um und kam dann auf Frauchen zugehüpft „Ich lebe!!!!!“ 🙂

Im Anschluss sollte man sich um 180° drehen und den Hund in einen gut bewachsenen Hang in die Suche schicken. Zwei Dummies lagen in der Fläche von etwa 2 auf 10 Meter, eins sollte geholt werden. Blade sauste los und wollte vor lauter Übereifer über den Hang hinaus „TÜT-TÜT!“ er drehte prompt um und bekam nochmal den Auftrag „Such-Such“ da fand er dann auch sofort. Die Abgabe war reeeeelativ sauber, außer dass er an mir vorbei hüpfte um dann hüpfenderweise einzuparken *schääääm* Das hat Wolfgang Vergiels dann auch angemerkt, lobte aber die saubere Arbeitsweise und das schnelle ausführen der Kommandos in der Suche – 17 Punkte

 

Aufgabe 2 – Wolfgang Vergiels

 

 

Aufgabe 2 WV

Vom Startpunkt aus der vorherigen Aufgabe ging es im Walk-Up ein ganzes Stück die Wiese hinauf. Blade lief artig Fuß und machte einen entspannten Eindruck, auf ein Zeichen des Richters schoss der Schütze/Werfer und war ein relatives flaches Dummy in die Wiese. Blade hatte nicht markiert, das habe ich mitbekommen. Der Hintergrund war ebenfalls grün und man sah die Flugbahn nicht sonderlich gut dadurch. Nach der Freigabe rannte er aber gut in die Tiefe, allerdings in Richtung des Schützen – aber OHOOOO!!! ICH hatte dafür sehr gut markiert und stoppte Blade als er beim Schützen ankam. „TÜÜÜT“ kurz inne halten und dann nach Rechts geschickt. Blade nahm die Richtungsweisung super klasse an und war exakt an der Fallstelle, kurzer Suchenpfiff und er war am Dummy. TSCHAKKAAAA! Meine Erleichterung spürte er wohl und gab mir das Dummy auf Augenhöhe ab. 17 Punkte

Ichwar sehr zufrieden. Auch in solchen Situationen nimmt er trotzdem ganz ruhig und entspannt alle Kommandos an und bleibt immer händelbar – DAS ist viel wert und ich war ganz stolz auf den Schnupps! Wolfgang Vergiels lobte das ebenfalls und war anschließend sehr erstaunt, dass er noch so jung ist und meinte dann „Naaa dann, ist das mit der Abgabe halb so wild – so ein junger Kerl darf das noch, das kommt schon…“ 🙂 Ein sehr netter Richter!

Aufgabe 5 sollte – nachdem die erste Gruppe in den Aufgaben 3+4 bei Michael Walther durchgeprüft war –  auch nochmal bei Michael Walther stattfinden. Da noch jede Menge Zeit war bis dahin, packte ich Blade erst einmal ins Auto – zur kreativen Pause 🙂

Nach einer gefühlten Ewigkeit schien es gegen 17 Uhr, als ob es weiter geht mit Aufgabe 5 und plötzlich brach leichtes Chaos aus. Eins der letzten Teams aus der ersten Gruppe, fand nur ein Dummy in der Suche und nachdem der Hund vergeblich weitersuchte, wollte sich der Hundeführer die letzten beiden Dummies zeigen lassen, nachdem er seinen Hund zurückrufen sollte und eine Null hatte.

UPS!!! Von den letzten beiden Dummies fehlte jede Spur und scheinbar wurde vergessen nachzulegen. Da in etwa ab Startnummer 6 nur noch Nuller aus der Aufgabe kamen, kam man also ins Grübeln und war nun nicht mehr sicher, ab welchem Gespann die Dummies nicht nachgelegt wurden. Also rieeeeeesen Kuddelmuddel!!! Man entschloss sich dann dazu, dass die Startnummern 8-16 die Aufgabe 4 wiederholen dürfen, was natürlich bei den restlichen Startern für etwas Unmut sorgte, denn wer sagt denn, dass nicht schon in der ersten Gruppe (unserer Gruppe) auch was schief ging??? So wurde diskutiert und der Vorschlag wurde gemacht, dass man die Aufgabe 4 streicht und eine Neue anbietet oder aber, dass der Fairness halber alle Gespanne die Aufgabe wiederholen dürfen. Nein – nach einigem hin und her wurde so entschieden, wie zu Beginn gedacht und Gespanne 8 bis 16 durften – wer wollte – die Aufgabe mit der kleinen Suche wiederholen…

So rutschte mir dann irgendwann summenderweise heraus: „Skandaaaaaal im Sperrbezirk, Skandal….“ *sing*

Nichts desto trotz nahmen wir es locker. Blade hatte sich seine Null schließlich durch pinkeln erarbeitet und nicht durch nicht finden.

 

So wurde kurzer Hand umgestellt und Wolfgang Vergiels dachte sich – für Michael Walther, der mit den „Wiederholern“ zu Gange war – die Aufgabe 5 aus. Diese war eine schöne A-Aufgabe und ein toller Abschluss.

 

Aufgabe 5 – Wolfgang Vergiels

Aufgabe 5 WV

Man steht am Startpunkt und der Schütze/Werfer steht in einer kniehohen Wiesenfläche, an einer Hecke. Der Richter etwa 20 Meter vor einem. Es fällt ein Schuss und ein Dummy fliegt, anschließend gibt der Richter ein Zeichen und man muss mit dem unangeleinten Hund auf den Richter zu laufen, beim Richter angekommen wird auf die Freigabe gewartet und dann darf der Hund die Markierung holen. Blade hatte nicht exakt markiert, kam aber gut in den Fallbereich und fand nach kurzer Suche das Dummy. Diesmal war die Abgabe Bilderbuchmäßig und Blade parkte sauber ein und gab das Dummy ab. DAS war ein schöner Abschluss eines etwas chaotischen Workingtests! 19 Punkte

 

Die Bilanz: 17 – 17 – 15 – 0 – 19

 

Es war trotzdem ein toller Tag und ich habe ganz viele nette Menschen kennengelernt! Am meisten habe ich mich gefreut endlich Nadine und Bones‘ Halbbrüderchen Roger kenngelernt zu haben – es war längst überfällig und suuuuuper lustig mit Nadine, gerade nochmal zum Abschluss in der Wartezone. Und Roger ist genauso eine Knutschkugel wie mein Bones *hachsag*

Gegen 19 Uhr gab es dann noch ein Stechen um die vorderen Plätze und letztendlich saß ich gegen 20 Uhr im Auto um die Heimreise anzutreten – hätte mich lieber zu Blade in den Kofferraum gelegt 🙂

Es hat – trotz der Null – Spaß gemacht und Blade und ich haben seit dem letzten Workingtest ein paar Fortschritte gemacht! Fußlaufen war dieses Mal wesentlich besser und an diversen Kleinigkeiten arbeiten wir noch 🙂 vor allem werden wir uns der Pipi-Sache widmen… Wie, das muss ich mir noch einfallen lassen!

Blade weiß schließlich nicht, dass wir genullt habe und das wichtigste ist: Wir hatten trotzdem Spaß!!!

 

 

 

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