Von nicht gehörten Weckern, Ehekrisen und braven Maiböcken…

Der Mai hat Einzug gehalten, vor allem in den Jagdrevieren.

Auch wir haben beim obligatorischen 1.Mai Ansitz im Revier zugesagt. Daniel und ich sind wahrlich keine Bockjäger, allerdings gehört es bei uns im Revier zum alljährlichen Brauch und somit hatten auch wir vor, uns zum 1. Mai für ein, zwei Stündchen rauszusetzen.

Ich musste den Abend zuvor arbeiten und kam gegen 23 Uhr nachhause. Bis alles gepackt war, war es bereits halb eins und Daniel kam um halb zwei vom Sauenansitz nach Hause.

Der Wecker war gestellt. Um vier Uhr wollten wir raus um gegen halb fünf zu sitzen. Wie das so ist, stellte ich den Wecker immer fünf Minuten weiter, um noch kurz weiter zu dösen 😛 und ehe wir uns versahen, war es 5 Uhr und die Dämmerung brach an…

Große Aufgregung, heiße Diskussionen, die Hunde in heller Aufregung. Wir machten uns in windeseile fertig und saßen um 5.30 Uhr im Auto, natürlich nicht ohne dass ich meinen Senf dazu geben konnte und so zeterte ich ein wenig vor mich hin und stellte fest: „hätten wir doch bloß einfach weitergeschlafen!!!“ den als wir im Revier ankamen, standen bereits 4 Stück Rehwild auf einem großen Acker. Kurze Rücksprache, wer wohin geht und ich ließ Daniel – so unauffällig es ging – aussteigen, damit er zu seinem Sitz kann. Die Zeit war knapp, er musste sich arrangieren und über den Acker pirschen, um an seinen Sitz zu kommen. 

Ich fuhr ein gutes Stück weiter und lies das Auto in einer Feldholzinsel stehen, um in Windeseile meinen Hochsitz zu beziehen. Als ich aufgebaumt war, schreckte das Rehwild im Wald. War ich doch zu laut???

Ich „richtete“ mich ein und glaste die Felder vor mir ab. Alles ruhig. Ein kurzer Blick auf die Uhr 5.50Uhr. In der Ferne hörte man den ein oder anderen Schuss erklingen und ich musste unwillkürlich lachen… 1. Mai und alle spielen verrückt. 

In Gedanken überlegte ich mir bereits wo wir uns die nächsten Nächte ansetzen, denn der Vollmond kommt und nach Schweinchen halten wir nunmal lieber Ausschau.

Als mich plötzlich ein lauter Schussknall aus meinen Gedanken riss! Kurzer Uhrencheck 5.56Uhr. Schuss aus Daniels Richtung. Whatsapp mit drei „???“ ging von mir raus und wenige Augenblicke später kam die Nachricht von Daniel zurück „Bock tot!“

Ich wartete noch kurz und glaste den Waldrand ab. Da wir nur etwa 500m Luftlinie auseinander saßen, war auch mein Ansitz damit beendet. Um 6.10 Uhr baumte ich ab und fuhr zu Daniel, schließlich waren wir nur mit einem Auto da und das Stück muss geborgen werden. Er wartete bereits am Acker auf mich und erzählte mir, dass er gerade um die Ecke gepirscht kam, als er den Bock im Acker stehen sah, er nahm kurzerhand das Glas hoch und bestätige den Bock, welchen er bereits einige Male, bei den unzähligen Ansitzen auf Sauen, gesehen hatte.

Nun blieb ihm nichts anderes übrig, als unauffällig zu seiner Leiter zu kommen. Also erzählte er, wie er einen unauffälligen Spaziergänger mimte und sich zügigen Schrittes zur Leiter begab, ohne ein weiteres Mal nach dem Stück zu sehen. 

Als er aufgebaumt war und der Bock immer noch unbeeindruckt im Acker stand, konnte er ihn sauber erlegen und er verendete sofort, so sieht sauberes Waidwerk aus!!!

Wir haben das Stück gemeinsam geborgen und Bones hat es standesgemäß totverbellt, während wir es zum Auto trugen 🙂

Die Hunde freuten sich über die Beute und den etwas verfrühten Morgenspaziergang mit Frauchen (und sicherheitshalber mit Waffe) während Herrchen seinen ersten Maibock versorgte!!!
 
WAIDMANNSHEIL!!!
P.S. …. Heute Abend geht’s dann wieder auf Sauen 😉

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