Blade besteht die Retrievergebrauchsprüfung!!!

Es ist schon ein paar Tage her und so langsam sind auch wir wieder im Alltag angekommen.

Blade hat am 06. und 07.November die RGP des DRC in Wiesbaden, mit 198Punkten bestanden. Er hat in nahezu jedem Fach 4 Punkte eingefahren und sich beide Tage über sehr souverän und absolut sicher jedem Fach gestellt.

Am Freitag begann der Prüfungstag ziemlich chaotisch, auf höhe des Offenbacher Kreuzes auf den A3 klingelt mein Handy und mein Mann fragt mich etwas verdutzt ob ich den die Flinte, den Jagdschein und die Muni heute bräuchte!? *WTF!!!!!?????????*  JA NATÜRLICH BRAUCHE ICH SIE!!!! Die Flinte schlummerte seelig im Flur, so fein drappiert wie ich sie morgens gepackt habe…

Kurzer Uhrencheck 7.15Uhr. MIST! Also schnell kehrt gemacht und die 10 Minuten heimgedüst, die Sachen eingeräumt und den Bulli im Tiefflug über die A3 gejagt. „Ich werde zu spät zur RGP kommen!!!“ ging es durch meinen Kopf. Navi sagte 8.15Uhr Ankunft in Wiesbaden, Treffpunkt war 8Uhr. Ich rief Bettina Berthes (die Sonderleitung) kurz an und entschuldigte mich. Klar, die mit der kürzesten Anreise kommen immer als letztes 🙂 Ich sagte ihr, dass sie die Fährten ohne mich auslosen sollen. Schweiß sollte als erstes Fach an diesem Tag geprüft werden.

Ich kam punkt 8.15Uhr am Treffpunkt an und sprang sofort mit allen Unterlagen bewaffnet aus dem Auto. Alles gut… Die Richterin war mit dem Helfer, der das Stück jeweils am Ende auslegen soll, noch alles besprechen und ich hatte Zeit Blade kurz pieseln zu lassen. Denn da „Murphy“ ja bekanntlich eine Sau ist, hatten wir Fährte Nummer eins „gelost“.

Nachdem Claudia Schaper wieder zurück war, gab es eine kurze Ansprache und ich konnte Blades Papiere noch abgeben. Kurze Beisserchen Kontrolle, Hodencheck – alles da! Es konnte los gehen…

Unser Anschuss lag nah am Parkplatz und führte leicht Hang aufwärts, durch einen, gut zu laufenden, Buchenbestand. Am Anschuss fand sich noch jede Menge Schweiß und auch auf den ersten Metern konnte man den Fährtenverlauf deutlich erkennen. Nachdem ich mich mit dem Bild vertraut gemacht habe, setzte ich Blade am Anschuss an und der D-Zug (in unserem Fall wohl B(lade)-Zug) setzte sich in Bewegung 🙂 In gewohnter Manier zog er mich – straff in den Riemen gelegt – den Hang hinauf, zum Glück denn meine Knie und Beine waren total wabbelig vor lauter Aufregung.

Die Nase am Boden klebend zeigte mir, gefolgt von immer wieder gefundenem Schweiß, dass wir richtig sind. Nach dem ersten Haken nahm Blade seinen Riechkolben hoch – VERLEITUNG! Nach ein paar weiterern Metern (auch ich wurde nun unsicher) zeigte sich dann die Vertleitung: Die Sauen hatten in der Nacht frisch gebrochen. Kurz vor der gebrochenen Fläche hatte ich nochmal kurz Schweiß gemeldet, aber dann verlor sich jede Spur. Blade sprang die Verleitung total an, wieso auch nicht, „so Wutzen sind immer spannend, die olle Fährte mit einem Viertelliter auf 400m kann Frauchen selbst ausarbeiten…“

Nachdem er mich weiter durch ein Stangenholz lotste, Nase immer wieder schön im Wind, wollte ich schon zurückgreifen und da kam auch der erste Abruf. MIST!!! Wir waren schon weit ab der Fährte und ließen uns von der Richterin zurück auf die Fährte führen, wo Blade dann auch im Nu den Abgang fand und wieder mit tiefer Nase und strammen Riemen auf der Fährte war.

Ich meldete wieder jede Menge Schweiß und auch Blade schien nun – wo die Verleitung hinter uns lag – voller Konzentration auf der Fährte zu sein. Am Ende angekommen war seine Freude groß und meine Erleichterung NOCH GRÖSSER!!!! Ein Frischling, den Blade locker hätte apportieren können, lag am Ende und da war sie nun endlich seine Wutz 😉 nach der Anschneideprüfung bekamen wir beide unsere Brüche überreicht und es wurde „Sau tot!“ geblasen.

Erstes Fach gemeistert, spannender konnte der Auftakt für diese zwei Tage nicht sein…

Nun hatten wir lange genug Zeit um endlich anzukommen. Die drei Gespanne nach uns musste ihre Arbeit noch verrichten und ich nutzte die Zeit um Blade ein bisschen springen zu lassen und gönnte ihm und mir anschließend ein Frühstück.

Nachdem alle weiteren Teams noch im Rennen waren, verlasen die Richter unsere Noten und wir packten unsere sieben Sachen um weiter in Richtung Wald zu ziehen, um die restlichen Waldfächer zu absolvieren. Nun stand als nächstes Fach Verlorensuche an und eigentlich macht Blade mittlerweile nichts lieber als das. Allerdings hatten wir ja da letztes Jahr im September bei der BLP in Luxemburg so ein kleines Desaster (mit Tauschen, vorführen, weitersuchen usw.) so dass selbst bei dieser leichten Aufgabe meine Nerven auf’s Äußerste gespannt waren. Auch wenn wir bei unserem zweiten BLP Versuch im November keinerlei Probleme mehr damit hatten, bleibt immer das Teufelchen welches auf der Schulter sitzt und einem Horrorszenarien vorgaukelt 🙂

Allen Horrorszenarien zum Trotz zeigte Blade eine schöne Suche, in ziemlich anspruchsvollem Gelände und wurde für seine ausdauernde Selbstständigkeit sehr gelobt. Check!

Danach ging es weiter mit den Haarwildschleppen und den kleinen Waldfächern. Auch hier zeigt sich überall, dass wir sehr fleißig waren die letzten Monate und ein Fach nach dem anderen ging uns locker von der Hand. Zum Abschluss der Waldarbeit kamen wir mit dem Standtreiben. Das war für uns bisher nie ein Thema, bis zum Dienstag vor der Prüfung.

Kurzer Flashback:

Wir hatten bei unserer Generalprobe nochmal ein Treiben veranstaltet und Blade sprang, obwohl er bis dato IMMER frei saß und steady war, ohne Vorwarnung ein. Man sah es ihm weder an der Körpersprache noch an etwas anderem an. Saß er noch relaxed und auf seinem Schinken sitzend neben mir, während ich mich fertig machte („ach die Nummer wieder“) riss es ihn Plötzlich und beim ersten Schuss war Monsieur Naseweiß im Treiben. Es dauerte einen Moment bis ich begriff, dass das gerade mein Hund dort war und schaute ungläubig an mir herunter – ja er war es!!! So beschloss ich, dass er bei der Prüfung an der Leine bleibt. Geschi**** auf den einen Punkt. Schade eigenltich denn bei der Newcomer Trophy im Oktober hielt er ein wesentlich anspruchsvolleres Treiben locker aus…

Nach dem Standtreiben – mit einem angeleinten Blade – machten wir eine kurze Mittagspause und lagen wirklich genial in der Zeit. 13 Uhr und die Waldarbeit incl. Gehorsam ist komplett durch. Nach der Pause setzten wir um ans Wasser, zum letzten Teil des Tages.

Jeder Hund wurde einzeln durchgeprüft, so dass die Hunde danach abgetrocknet und eingemurmelt ins Auto konnten.

Blade hatte Startnummer eins und so ging es direkt mit uns los. Stöbern im Schilf ohne Ente, Blädis Welt 🙂 er lies ordentlich die Sau raus und stöberte munter den kompletten Schilfgürtel ab und war sogar kurz im angrenzenden Teich. Ich sollte ihn machen lassen… Klar dachte ich mir, der stöbert so bis morgen. Nach etwa 10 min durfte ich ihn herausholen und die Schussfestigkeit folgte und danach die Verlorensuche. Die fand nochmal in der gleichen Fläche statt, so dass der ein oder andere Hund sich da etwas schwer damit noch ein zweites Mal in das gleich Schilf zu schwimmen, wo er vorher nichts fand.

Nichts desto trotz waren am Ende dieses Tages noch alle Teams im Rennen und wir konnten alle mit einem fetten Grinsen im Gesicht die Heimfahrt antreten. Am nächsten Morgen war Grand Finale angesagt. Einweisen und Feldschleppe…

Ich düste nach Hause und versorgte den kleinen Helden um danach direkt zur Arbeit zu fahren. Das war ziemlich anstrengend, aber so hatte ich immerhin keine Zeit um an irgendwelchen Horrorszenarien zu feilen, während ich auf der Couch saß 🙂

Am nächsten Morgen trafen wir uns um 8 Uhr am Bürgerhaus in Wiesbaden. Dort ging es für Blade direkt mit der ersten Schleppe los. Gleich früh morgens ein bisschen fetzen, das ist immer gut!!! Beim Einweisen zeigte er sich dann nochmal von seiner lenkbaren Seite und hat sehr fein mit mir zusammengearbeitet, was auch sehr gelobt wurde, so dass zum Schluss nur noch die Schussfestigkeit zu prüfen war und Blädi-Boy somit mit 2,5 Jahren einfach mal locker flockig die RGP BESTEHT und dann auch noch mit einem tollen zweiten Platz!!!!

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Ich bin sehr stolz auf ihn und diese tollen Leistungen die er schon bringen kann. Obwohl in seinem Kopf manchmal doch ein wenig Gemüse herrscht 😉 zeigt er immer wieder, dass er auf den Punkt da sein kann wenn es gilt und das macht ihn für mich so einzigartig.

Ich bedanken mich bei dem Richterteam für das sehr faire Richten und die lockere Atmosphäre die sie die beiden Tagen über verbreitet haben und auch ein ganz herzliches Dankeschön an die Sonderleitung Bettina Berthes, die sich wirklich toll um alles gekümmert hat und uns Teilnehmern immer zur Seite stand. Vor allem auch ein dickes DANKE Tina, dass Du mir Blade beim Einweisen gebracht hast 🙂 und auch vielen Dank für die vielen, schönen Fotos von beiden Tagen!

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Nun ist unsere Prüfungssaison 2015 beendet und es heißt „Auf zum munteren Jagen!“ Auch Blade wird sich auf ein paar Drückjagden diesen Winter seiner Lieblingsbeschäftigung widmen. Er darf stöbern und den Schweinen nachstellen. Auf die ein oder andere Entenjagd wird er auch mitdürfen, auch wenn das eigentlich Bones‘ Privileg ist. Und dann schauen wir einfach mal was uns 2016 alles so erwartet…

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One Comment

  1. Margit & Peter Hopf

    Hallo Dani,
    Frei nach Goethe: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“.
    Wir hatten die Gelegenheit Deine Vorbereitungen mit Blade zu dieser schweren Prüfung bei Uli (Schlögell/Crosswind`s) mitzuerleben.
    Zur bestandenen RGP deshalb von uns herzlichen Glückwunsch!
    Es freut uns zum wiederholten Male Deinen ausführlichen und launigen (humorvoll) Bericht zu lesen.
    Das habt Ihr gut gemacht!
    Liebe Grüße
    Margit & Peter

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